Ladezeit: warum schnelle Seiten mehr Anfragen bringen

Ladezeit ist einer der wenigen Faktoren, die sich messen lassen und direkt auf Anfragen durchschlagen. Welche Werte zählen, wie Sie sie prüfen und was am meisten bringt.

Julian Beginn
Co-Founder, Technik & Entwicklung
3 Min. Lesezeit
Abstrakte Verlaufsgrafik in Blau mit hellem Verlauf
Kurz gefasst
  • Die entscheidende Messung ist die auf dem Handy über Mobilfunk, nicht die im Büro-WLAN.
  • Als Richtwert sollte der größte sichtbare Inhalt in unter 2,5 Sekunden stehen.
  • Bilder sind bei den meisten Firmenwebsites der größte Hebel – vor allem, wenn sie unverkleinert eingebunden wurden.

Von allen Faktoren, die darüber entscheiden, ob eine Website Anfragen bringt, ist die Ladezeit der unromantischste – und einer der wenigen, die sich in Sekunden messen und ohne Diskussion verbessern lassen.

Warum wirkt sich Ladezeit auf Anfragen aus?

Weil Besucher abspringen, bevor sie überhaupt gesehen haben, was Sie anbieten. Der Effekt ist auf dem Handy am größten, und dort kommt heute der größte Teil des Verkehrs an.

Dazu kommt ein zweiter, indirekter Weg: Suchmaschinen bewerten Ladezeit als eines von mehreren Signalen. Eine langsame Seite wird also seltener gefunden und von denen, die sie finden, seltener zu Ende betrachtet.

Welche Werte zählen?

Drei Messwerte haben sich durchgesetzt. Man muss sie nicht im Detail verstehen, aber wissen, was sie beschreiben:

| Wert | Was er misst | Richtwert | |---|---|---| | Largest Contentful Paint | Wann der größte sichtbare Inhalt steht | unter 2,5 s | | Interaction to Next Paint | Wie schnell die Seite auf Eingaben reagiert | unter 200 ms | | Cumulative Layout Shift | Wie stark Inhalte beim Laden verrutschen | unter 0,1 |

Der dritte ist der unterschätzte. Wenn ein Knopf verspringt, während jemand darauf tippt, ist das kein Schönheitsfehler – es ist eine verlorene Anfrage.

Wie messen Sie richtig?

Zwei Fehler machen fast alle Messungen wertlos:

  1. Im Büro-WLAN am Schreibtischrechner testen. Dort ist alles schnell. Messen Sie über Mobilfunk auf einem durchschnittlichen Handy, nicht auf dem neuesten.
  2. Nur einmal messen. Die zweite Messung ist schneller, weil vieles zwischengespeichert ist. Aussagekräftig ist der erste Aufruf.

Für einen ersten Eindruck reicht ein kostenloses Prüfwerkzeug im Browser – geben Sie Ihre Adresse ein und sehen Sie sich die Werte für Mobilgeräte an, nicht die für den Desktop.

Was bringt am meisten?

Nach unserer Erfahrung in dieser Reihenfolge:

  • Bilder verkleinern. Der mit Abstand größte Hebel. Ein Foto mit 2000 Pixeln Breite, das als 600 Pixel breites Bild dargestellt wird, überträgt ein Vielfaches der nötigen Datenmenge. Moderne Formate sparen zusätzlich.
  • Bilder erst laden, wenn sie gebraucht werden. Was weit unten steht, muss nicht sofort übertragen werden.
  • Schriften lokal einbinden. Spart eine Verbindung zu einem fremden Server – und löst nebenbei ein Datenschutzthema.
  • Überflüssige Skripte entfernen. Werkzeuge, die vor drei Jahren eingebaut und nie ausgewertet wurden, laufen trotzdem bei jedem Aufruf mit.
  • Platz für Bilder reservieren. Wenn Höhe und Breite feststehen, verspringt beim Laden nichts.

Die ersten beiden Punkte lösen bei den meisten Firmenwebsites bereits den größten Teil des Problems.

Wann ist die Technik das Problem?

Manchmal hilft Optimieren nicht mehr. Anzeichen dafür:

  • Die Seite ist auch dann langsam, wenn kaum Bilder darauf sind.
  • Das verwendete System bringt viele Erweiterungen mit, von denen keine entfernt werden kann.
  • Jede Seite wird bei jedem Aufruf neu berechnet, obwohl sich der Inhalt selten ändert.

In diesen Fällen ist die Ladezeit ein Symptom, kein eigenständiges Problem – dann ist die Frage aus Neu bauen oder überarbeiten? die richtige.

Was ein realistisches Ziel ist

Perfekte Werte sind kein Selbstzweck. Wenn Ihre Seite auf dem Handy in unter zweieinhalb Sekunden nutzbar ist und beim Laden nichts verspringt, haben Sie den Bereich verlassen, in dem Ladezeit Anfragen kostet.

Alles darüber hinaus ist Feinarbeit und lohnt sich erst, wenn die Inhalte stimmen. Eine sehr schnelle Seite, die nicht sagt, was sie anbietet, bringt weiterhin keine Anfragen – siehe Warum Ihre Website keine Anfragen bringt.

Julian Beginn
Co-Founder, Technik & Entwicklung

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