Website neu bauen oder überarbeiten?

Nicht jede veraltete Website muss ersetzt werden. Fünf Kriterien, an denen sich ehrlich entscheiden lässt, ob eine Überarbeitung reicht – und wann sie Geld verbrennt.

Maximilian Claus
Co-Founder, Strategie & Beratung
3 Min. Lesezeit
Abstrakte Verlaufsgrafik in kräftigem Blau
Kurz gefasst
  • Der Zustand der Technik entscheidet häufiger als das Aussehen: Eine gepflegte Basis lässt sich überarbeiten, eine veraltete selten wirtschaftlich retten.
  • Wer die Inhalte ohnehin neu schreiben muss, spart durch eine Überarbeitung oft weniger als gedacht.
  • Eine Überarbeitung lohnt sich meist dann, wenn Struktur und Technik tragen und nur Aussage und Gestaltung veraltet sind.

Die Website ist fünf Jahre alt, sieht nicht mehr zeitgemäß aus, und niemand hat sie seitdem angefasst. Die naheliegende Reaktion ist ein Neuaufbau. Manchmal ist das richtig. Oft ist es die teurere Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat.

Woran hängt die Entscheidung wirklich?

Nicht am Aussehen. Gestaltung lässt sich fast immer erneuern, ohne alles zu ersetzen. Entscheidend sind drei Dinge darunter: die technische Basis, die Struktur der Seite und der Zustand der Inhalte.

Wenn zwei davon tragen, ist eine Überarbeitung meist der schnellere und günstigere Weg. Wenn zwei davon nicht mehr tragen, arbeiten Sie bei einer Überarbeitung gegen das Fundament – und zahlen am Ende zweimal.

Wann eine Überarbeitung reicht

Sie kommen mit einer Überarbeitung weiter, wenn:

  • Das System aktuell gehalten wurde. Aktualisierungen wurden eingespielt, es gibt keine Erweiterungen, die seit Jahren niemand mehr pflegt.
  • Die Seitenstruktur noch stimmt. Ihre Leistungen haben sich nicht grundlegend geändert, die Navigation ergibt weiterhin Sinn.
  • Die Inhalte im Kern richtig sind. Texte müssen geschärft, nicht neu erfunden werden.
  • Die Seite technisch sauber läuft. Sie ist auf dem Handy bedienbar, lädt in vertretbarer Zeit, hat keine gebrochenen Verweise.

In diesem Fall geht es um Gestaltung, Textarbeit und einzelne technische Verbesserungen. Das ist überschaubar und der Nutzen tritt schnell ein.

Wann ein Neuaufbau der ehrlichere Weg ist

Umgekehrt sprechen diese Punkte für einen Neuaufbau:

  • Das System wird nicht mehr gepflegt oder die verwendete Version bekommt keine Sicherheitsaktualisierungen mehr.
  • Die Seite ist auf dem Handy unbrauchbar und wurde nie dafür gebaut.
  • Ihr Angebot hat sich verändert. Wenn die Struktur ein Geschäft abbildet, das Sie so nicht mehr betreiben, hilft kein neues Layout.
  • Niemand kommt an die Inhalte. Kein Zugang, kein Ansprechpartner, keine Dokumentation.
  • Die Ladezeit ist technisch bedingt schlecht. Wenn das Fundament langsam ist, wird die Seite durch Bildoptimierung nicht schnell.

Ein einzelner Punkt ist kein Urteil. Drei davon zusammen schon.

Die Rechnung, die dabei oft übersehen wird

Eine Überarbeitung wirkt günstiger, weil weniger neu gebaut wird. Der größte Aufwand einer Website steckt aber selten im Bauen – er steckt in den Inhalten: Texte schreiben, Bilder beschaffen, Freigaben einholen, Struktur festlegen.

Diese Arbeit fällt bei einer Überarbeitung fast genauso an. Wenn Sie ohnehin alle Texte neu schreiben, ist der Unterschied zwischen beiden Wegen deutlich kleiner, als die Angebote vermuten lassen.

Fragen Sie nicht, was billiger ist. Fragen Sie, wie lange das Ergebnis trägt.

Was Sie vor der Entscheidung prüfen sollten

Vier Dinge lassen sich in einer halben Stunde selbst feststellen:

  1. Wann wurde zuletzt etwas geändert? Ein Blick ins Impressum oder in die Nachrichten reicht oft.
  2. Wie schnell lädt die Startseite auf dem Handy? Über eine Mobilverbindung öffnen, nicht im Büro-WLAN.
  3. Finden Sie sich in der Navigation wieder? Bilden die Menüpunkte ab, womit Sie heute Geld verdienen?
  4. Wer hat Zugang? Domain, Hosting, Redaktionssystem – wissen Sie, bei wem das liegt?

Der letzte Punkt ist der unangenehmste und der wichtigste. Wenn Sie ihn nicht beantworten können, ist das unabhängig von allem anderen das erste, was geklärt gehört – dazu steht mehr in Wem gehört die Website?.

Wie wir damit umgehen

Wir sehen uns den bestehenden Auftritt an und sagen, ob eine Überarbeitung reicht. Das ist keine Höflichkeit: Eine Seite, die auf einem tragfähigen Fundament steht, überarbeiten wir lieber, als sie zu ersetzen – das Ergebnis steht schneller und der Aufwand bleibt kleiner.

Wenn ein Neuaufbau der bessere Weg ist, sagen wir auch das, mit Begründung. Was in beiden Fällen gleich bleibt: Technik, Pflege und rechtliche Grundlagen liegen danach nicht mehr bei Ihnen. Was das monatlich kostet, steht in Was eine Unternehmenswebsite wirklich kostet.

Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg für Sie gilt: Schicken Sie uns die Adresse Ihrer Seite. Eine erste Einschätzung kostet nichts und verpflichtet zu nichts.

Maximilian Claus
Co-Founder, Strategie & Beratung

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