Was gehört auf die Startseite einer Unternehmenswebsite?

Die Startseite hat wenige Sekunden, um drei Fragen zu beantworten. Welche Bausteine sie dafür braucht, in welcher Reihenfolge – und was getrost weg kann.

Maximilian Claus
Co-Founder, Strategie & Beratung
3 Min. Lesezeit
Abstrakte Verlaufsgrafik in hellem Blau
Kurz gefasst
  • Eine Startseite muss in wenigen Sekunden beantworten, für wen sie ist, welches Problem sie löst und was als Nächstes zu tun ist.
  • Die Reihenfolge folgt den Fragen im Kopf des Besuchers, nicht dem Aufbau des Unternehmens.
  • Ein dominanter nächster Schritt wirkt besser als fünf gleichwertige Angebote nebeneinander.

Die meisten Startseiten scheitern nicht an der Gestaltung. Sie scheitern daran, dass ein Besucher nach zehn Sekunden nicht sagen könnte, was das Unternehmen für ihn tun kann.

Welche drei Fragen muss eine Startseite sofort beantworten?

Diese hier, und zwar ohne Scrollen:

  1. Für wen ist das? Ein Besucher muss sich wiedererkennen.
  2. Welches Problem wird gelöst? Kein Selbstbild, sondern seine Situation.
  3. Was ist der nächste Schritt? Genau einer, deutlich sichtbar.

Wenn eine dieser Antworten fehlt, hilft kein weiterer Abschnitt weiter unten. Der Besucher ist dann längst weg.

Welche Bausteine braucht sie?

Die folgende Reihenfolge folgt den Fragen, die im Kopf des Besuchers nacheinander auftauchen – nicht der Struktur Ihres Unternehmens.

  • Aussage und Einordnung. Ein Satz, der Leistung und Zielgruppe benennt. „Professionelle Unternehmenswebsites, laufend betreut" sagt beides. „Ihr Partner für digitale Lösungen" sagt nichts.
  • Das Problem. Zwei bis vier Punkte, in denen sich der Besucher wiedererkennt. Hier entscheidet sich, ob er weiterliest.
  • Die Lösung. Was Sie konkret tun, in seiner Sprache.
  • Belege. Kundenlogos, Zahlen, Zitate. Belege ohne Ergebnis sind Dekoration.
  • Ablauf. Was passiert nach der Anfrage? Unsicherheit über den Prozess ist eine der häufigsten Hürden.
  • Preise oder Preisrahmen. Wer sie verschweigt, verliert die, die nicht fragen mögen.
  • Häufige Fragen. Nimmt Einwände vorweg und ist zugleich der Teil, den Suchmaschinen und KI-Systeme am leichtesten aufgreifen.
  • Ein klarer Abschluss. Derselbe nächste Schritt wie oben, noch einmal.

Nicht jede Seite braucht alle acht Bausteine. Die ersten drei braucht jede.

Warum genau ein nächster Schritt?

Weil eine Auswahl von fünf gleichwertigen Möglichkeiten keine Auswahl ist, sondern eine Entscheidung, die der Besucher nicht treffen will.

Legen Sie fest, was der wichtigste Weg ist – Gespräch, Anruf, Formular – und machen Sie ihn dominant. Alles andere darf da sein, aber leiser. Wer telefonieren will, findet die Nummer auch, wenn sie nicht als großer Knopf danebensteht.

Wichtig ist außerdem die Größe des Schritts. „Angebot anfordern" verlangt eine Entscheidung, die viele Besucher noch nicht treffen können. Ein unverbindliches Gespräch oder eine Einschätzung ist niedriger und führt zu mehr Kontakten.

Was kann weg?

  • Das Bild vom Bürogebäude. Es beantwortet keine der drei Fragen.
  • „Willkommen auf unserer Website." Der Besucher weiß, wo er ist.
  • Die Firmengeschichte seit 1987. Gehört auf die Über-uns-Seite, wenn überhaupt.
  • Schlagwortwolken. Innovativ, kreativ, zuverlässig – das sagt jeder.
  • Automatische Bilderkarussells. Sie werden nachweislich kaum wahrgenommen und verzögern den Seitenaufbau.
  • Mehr als ein Video über der Falz. Es kostet Ladezeit an der Stelle, an der sie am teuersten ist.

Wie prüfen Sie Ihre eigene Startseite?

Ein Test, der fünf Minuten dauert und unangenehm ehrlich ist:

Zeigen Sie jemandem, der Ihr Unternehmen nicht kennt, die Startseite für fünf Sekunden. Dann Bildschirm zu. Fragen Sie: Was macht die Firma, für wen, und was könnte man hier tun?

Wenn die Antworten daneben liegen, ist es kein Gestaltungsproblem. Es ist ein Aussageproblem, und das lässt sich mit Text lösen – meist ohne dass etwas neu gebaut werden muss.

Warum eine Seite trotz Besuchern keine Anfragen bringt, steht ausführlicher in Warum Ihre Website keine Anfragen bringt. Wenn Sie unsicher sind, ob sich Ihre bestehende Seite überarbeiten lässt: Neu bauen oder überarbeiten?

Maximilian Claus
Co-Founder, Strategie & Beratung

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